GOLF&NATUR – Aktionen und Dokumentationen

Auf dieser Seite berichten wir über durchgeführte Aktionen im Rahmen und Sinne des GOLF&NATUR Zertifizierungsprojekts und weisen auf Dokumentationen dazu hin.

Der Golfplatz Sagmühle – ein Imperium für Fledermäuse

Trotz Unterschutzstellung sind die meisten einheimischen Fledermausarten stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Die Tierchen leiden am Verlust der Nahrungsräume und/oder Quartiere.

So hat der Verfasser dieses Artikels in diesem Jahr (2022) ein kleines Projekt gestartet. Am Golfplatz Sagmühle entlang des Mühlbaches der Rott wurde bei einer nächtlichen Exkursion im Herbst 2021 mittels Nachtsichtgeräte Fledermausaufkommen verzeichnet. So wurden vor kurzem (Mitte April 2022) Ersatzquartiere in Form von Fledermauskästen aus gealterten Holzbrettern entlang der Rott und des Mühlbachs in einer Höhe von 4 bis 5 m und Abständen von 20 bis 50 m bei freiem Anflug und vor Sonneneinstrahlung geschützten Bäumen bzw. Plätzen aufgehängt bzw. angebracht. U. a. finden Fledermäuse derzeit sicherlich Unterschlupf in dem naheliegenden Gehöft des Gutshof Sagmühle und naheliegenden Möglichkeiten.

Bei uns in Bayern gibt es ca. 20 Fledermausarten u. a. Mops- und Kleinabendsegler, Braune Langohren, große und kleine Hufeisennase, Franzen oder Rauhautfledermaus usw., wobei die Mopsfledermaus hauptsächlich im Bayerischen Wald überwintert. Ja, die possierlichen Viecherl sind schon anspruchsvoll.

Bekannterweise sind Fledermäuse nachtaktiv und orientieren sich über Ultraschall, so fliegen sie auf Jagdausflügen nach Insekten oft dicht an uns vorbei, geschützt durch die Dunkelheit und fast lautlos. Im Grunde sind sie allgegenwärtig. Aber kaum jemals nehmen wir sie wahr. So sehr führen sie ein Leben im Verborgenen, so unauffällig verhalten sie sich. Sie schlafen in den Sommermonaten tagsüber auf Dachböden, in Mauerspalten, Holzverschalungen und Kellern, oder im Notfall in den von mir geschaffenen Ersatzquartieren. Fledermäuse halten oft den Quartieren über Generationen hinweg die Treue.

Nester bauen Fledermäuse nicht. Die Neugeborenen müssen sich daher sofort nach der Geburt selbständig festhalten können, auch wenn sie ein paar Hilfestellungen durch die Mütter erfahren. Dementsprechend sind sie bereits recht groß und weit entwickelt, wenn sie in luftiger Höhe ihre Welt erblicken.

Die Tiere halten einen Winterschlaf. Ein Schlüsselfaktor ist die Wahl des richtigen Orts für die Überwinterung. Im Idealfall bietet sich ein Quartier dem wehrlosen Winterschläfer mit Schutz vor Feinden, ermöglicht das Auskühlen des Körpers bis zum Gefrierpunkt, ohne dass die Gefahr besteht, diesen tatsächlich zu erreichen und ist so feucht, dass die Verdunstung auf ein Minimum reduziert ist. Ihr Winterquartier muss demnach deutlich feuchter sein als die meisten Sommerverstecke. Am meisten sind solche Bedingungen in Höhlen, Bergwerksstollen und Kellergewölben erfüllt. Genau das sind daher häufig Fledermaus-Winterquartiere.

Für viele Arten ist im Freiland ein Höchstalter einzelner Individuen von über 20, zum Teil sogar über 30 Jahren belegt. Und selbst relativ kurzlebige Fledermausarten können bis zu 10 Lebensjahre erreichen, mit Ausnahme der Zwergfledermaus, die im Durchschnitt nur 2,5 Jahre lebt.

Dies war ein kleiner Einblick in das Wesen, ihre Natur und das Leben der Fledermäuse.

Am Schluss eine Bitte: Schafft ihnen, wo immer es geht, einen sicheren und geschützten Unterschlupf und reichlich an Nahrungsquellen durch insektenfreundliche Umgebung.

Weitere Golf und Natur – Aktivitäten Anfang 2022

In Zusammenarbeit mit dem Headgreenkeeper Gerhard Weich wurden auf dem Golfplatz weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Um den sechs auf dem Golfplatz befindlichen Bienenvölkern, aber auch allen anderen Insekten reichlich Nahrung sowie Unterschlupf für das Niederwild wie Hase und Fasan sowie Igel und sonstiges Getier zu bieten, wurde eine ca. 100 m lange dreireihige Hecke angepflanzt.

Dabei wurde darauf geachtet, dass nur insektenfreundliche Sträucher, wie Traubenbirne, Kornellkirsche, Schlehe, Hasel, Schneeball, Weißdorn und Heckenkirschen angepflanzt wurden. Diese dient auch als Nistmöglichkeit für Vögel. Die Früchte der Sträucher dienen den Vögeln im Winter als Nahrungsquelle. In Verlängerung dieser Hecke rechts vom 16er Damenabschlag in Richtung Weiher, wurde auch an die Amphibien, wie Eidech

sen, Ringelnattern, Blindschleichen und Kröten, gedacht und ein Steinwall als Behausung und somit ein Refugium für die sonnenhungrigen Geschöpfe angelegt.

Zugleich dient er als Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeit. So gesehen lieben wir nicht nur den Golfsport, sondern legen auch größten Wert auf einen umweltfreundlichen und möglichst naturbelassenen Golfplatz, auf dem man nicht nur Golf spielt, sondern auch einen Blickfang für naturbegeisterte Golfer bietet.

 

 

 

 

 

Alfred Heber, Mitglied des GC Sagmühle,12.04.2022

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Zu erwarten: Sagmühler Honig prämiert!

Bei einer Anfang November 2021 durchgeführten Prämierungsveranstaltung für Imker bzw. deren Honig, war auch der Imker Wolfgang Lindinger, der sich um die Imkervölker und die Honiggewinnung im Golfclub Sagmühle kümmert, am Start. Zur großen Freude sowohl des Imkers als auch des Golfclub Sagmühle wurde der Sagmühler Honig mit Silber ausgezeichnet. Wir gratulieren und danken dafür Herrn Wolfgang Lindinger recht herzlich und freuen uns schon jetzt auf die weitere Versorgung mit dem prämierten Honig, der sehr gerne von Mitgliedern und Gästen erworben wird.

Neue Rettungsringe an den Teichen 8/9, 17 und 18:

Seit ein paar Wochen hängen sie schon: die Rettungsringe, versehen mit den Warnhinweisen an den Teichen der Bahnen 8, 17 und 18. Wir hoffen natürlich, dass diese nie in Gebrauch genommen werden müssen und dass die Warnhinweise im eigenen Interesse berücksichtigt werden.

Berichte über unsere Aktionen im Überblick:

Aktionen:

Auszeichnung mit Bronze:

Golfclub Sagmühle mit dem Bronze Zertifikat von Golf & Natur ausgezeichnet

Im Herbst 2020 entschloss sich der Golfclub Sagmühle, am Zertifizierungsprogramm Golf & Natur des Deutschen Golfverbands teilzunehmen. Diese Zertifizierungsprogramm hilft den teilnehmenden Clubs, insbesondere in den vier Bereichen Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Arbeitssicherheit und Umweltmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur bestens aufgestellt zu sein. Professor Dr. Gunther Hardt führte wiederholt Audits im Golfclub Sagmühle durch und Ende Juli war es dann soweit: Nachdem zahlreiche Anregungen bereits umgesetzt wurden (s. Golf & Natur Unterseite), überreichte Gunther Hardt die Urkunde für das Bronzeabzeichen an Golfclub Sagmühle Präsident Gerhard Lidl. Für die Umsetzung des Projekts seitens Golfclub Sagmühle sind im stärksten Maß Head Greenkeeper Gerhard Weich, Naturfreund und Vogelliebhaber Alfred Heber und Clubmanager Mathias Probst (gleichzeitig Golf & Natur Koordinator) im Einsatz. Sobald weitere Maßnahmen durchgeführt sind, steht in ca. einem Jahr die nächste Auszeichnung mit Silber an.

Der Golfclub Sagmühle ist damit der erste und bisher einzige Golfplatz in Bad Griesbach, der sich diesem Zertifizierungsprogramm angeschlossen hat und mit der Auszeichnung Bronze prämiert wurde. Bürgermeister Jürgen Fundke ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei dieser Auszeichnung anwesend zu sein und den Dialog mit dem Vereinsvorständen und DGV Beauftragten zu diesem Thema zu suchen.

Auf dem Bild v. l.: Gerhard Lidl (Präsident GC Sagmühle), Rudi Hack (Vizepräsident GC Sagmühle), Alfred Heber, Jürgen Fundke (Bürgermeister Bad Griesbach) , Gerhard Weich (Headgreenkeeper ) und DGV Beauftragter Gunther Hardt

Storchenbesuch im Golfclub Sagmühle

Am Dienstag, 20.7. war es soweit. Ein Storch machte bei seinem Erkundungsflug Pause auf dem extra errichteten Storchennest auf dem Golfplatz Sagmühle. So kann es nun bald Realität werden, dass die 2019 errichtete künstliche Storchennestvorrichtung ihren Zweck erfüllen und Störchen ein Zuhause geben wird. Wir werden über die weitere Entwicklung berichten.

Insektenhotel nahe Clubhaus fertig gestellt

Ende April war es soweit. Alfred Heber führte die letzten Arbeiten am neu erstellten Insektenhotel des Golfclub Sagmühle durch. Dann war es geschafft. Nach akribischer Planung sowohl des Insektenhotels als auch der Mithilfe von Senioren und Jugendlichen gelang es, ein weiteres, größeres und imposanteres Insektenhotel im Golfclub Sagmühle zu installieren. Links vom Weg zum Tee 1 wird diese Einrichtung sowohl den Golfern als auch den Insekten viel Freude bereiten. An dieser Stelle ein Riesendank an Alfred Heber, dem Antreiber, Organisator und fleißigsten Arbeiter am Insektenhotel und den helfenden Mitgliedern aus der Senioren – und Jugendschaft des Golfclub Sagmühle

Teilnahme am Auszeichnungsprogramm Blühpakt Bayern

Wildbiene

Bereits Anfang des Jahres bewarb sich der Golfclub Sagmühle um die Auszeichnung Mitglied des Blühpakts Bayern zu werden. Ende April bekam der GC Sagmühle dann Besuch von den Herren Stierstorfer und Lenz vom LBV bzw. Landespflegeverband Passau. Beide begutachteten die Anlage des GC Sagmühle unter dem Aspekt des Artenreichtums sowohl der Tier- als auch der Pflanzenwelt. Die Besucher wurden von Clubmanager Mathias Probst und den Sagmühler Naturexperten Alfred Heber über den Golfplatz Sagmühle geführt und zeigten im abschließenden Gespräch, dem auch Head Greenkeeper Gerhard Weich beiwohnte, die guten Aussichten auf die Auszeichnung auf. Die große Fläche des Golfclub Sagmühle bietet bereits jetzt schon ein wunderbares Zuhause für viele Pflanzen- und Tierarten. Gezielte Maßnahmen werden dieses Engagement noch verstärken.

Fleißige Mitglieder des Golfclub Sagmühle bringen Umgebung von Weiher an Bahn 16/17 in Form

Die fleißigen Helfer Franz Haslinger, Fridolin Knauer, Herbert Höchtl, Alfred Heber und Karl-Maria Eder (auf dem Bild v. links) nutzten die sehr guten Wetterbedingungen des 30. März und arbeiteten mit vollem Einsatz, um die Umgebung rund um den Weiher zwischen den Bahnen 16 und 17 optisch und aus Sicht von GOLF&NATUR bestens in Form zu bringen.

Wir schätzen uns sehr glücklich, derart fleißige Mitglieder in unseren Reihe zu haben!

Golfclub Sagmühle ist Mitglied des Landesbund für Vogelschutz e.V. Bayern

Dokumentationen: